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...aus der Heimat

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Fuer Uli...etwas aus seiner Heimat - seinem Kesseltal -  

 von Heimatdichter Michel Eberhardt        Michel Eberhardt

Auf holprige, stoinige Strässla,
bald wischt auf d' Seit, bald hott,
durch Räng' on schmale Gässla
dei Lebensweg oft got.
Loss d' Räder ruhig kleppra,
es isch gar oft koi Schad.
Nor d' s Soile loss net läppra,
des wickel fescht om d' Had.
Kasch leicht an Stoaß vertraga,
wann ois nor net vergisch:
daß d' allweil für dein Waga
d'r Fuhrma selber bisch.

Überall isch anderscht trucka,
überall isch anderscht naaß,
überall git's andre Mucka,
überall wachst anderscht Gras.

Überall teant's anderscht lacha,
überall isch a andra Trau'r,
anderscht süaß dia süaße Sacha,
saure Niearla anderscht saur.

Überall git's andre Täfa,
andre Leichta, andre Bräuch,
andre Schüssla, andre Häfa,
andre Mäga, andre Bäuch

Do wo ganz kloi des Bächle fliaßt,
vom hent'ra Wenk'l raus,
von jeder Höah' a Dörfle grüaßt
en d' schtilla Gegn'd naus.
Wo wia a Trom dia Hölz'r schtond
beim letschta Obadschtrahl,
des isch mei liabes Hoematland,
des isch mei Kesseltal.

Wo d's groaße Leba schui ond leis
gar schnell en d's weite got,
wo allweil noch d'r alta Weis
no d's alte Wesa schtot.
Wo alles friedle lebt mit'nand
ond g'müatle üb'ral,
des isch mei liabes Hoematland,
des isch mei Kesseltal

Loss net luck, so hoißt's beim Schwoba, got's oh manchmol hart off hart!
Ond an des, do tuat ma globa, es verlangt's so os're Art.
Hosch d'r ebbas g'setzt en d's Köpfle ond du merksch, dass richte isch,
nocht füahr's durch, ob's glei manch's Tröpfle Schwoiß di koscht
bis'd ferte bisch.
Gugg net rüb'r, gugg net nüb'r, gradaus gang nor off dei Ziel,
was em Weg liegt, schteig schea d'rübr, was ma will, nocht got gar viel.
Nor koi Zittra, nor koi Banga, nor net g'schtrauch'lt, nor net z'ruck!
Bleisch vielleicht amol wo hanga, pack nor a, on loss net luck!

D'r Tone hot da Schteffe scho gottsallmächte bluit.
Iatz schtoht'r vor'm Richter es weard v'rhandelt heut!

D'r Schteffe redt als Kläger, er füahrt sei A'klag schtramm
ond zählt dia Schläg vom Tone recht sauber alle z'amm.

Ond es v'rnemmt d'r Richter da Täter allzobald
ond neba drann d'r Schreiber notiert dean Sachv'rhalt.

Zuagschlaga hot d'r Tone, schtot fescht nocht z'letscht am End.
Iatz frogt'n no d'r Richter: "Mit well'em Instrument?"

Drauf stemmt d'r Tone d' Rechta ond schtreckt dia Lenk en d' Seit.
"Herr Richter, lauter echta ond guata Handarbeit!"

Wir Bauern

Wir Bauern sind stärker, als mancher meint, weil sich die Erde mit uns vereint.
Es ist in uns die stille Kraft, die mit der Erde wirkt und schafft.

Wir schreiten am Pflug mit verschlossenem Mund, wir warten und weihen den ewigen Grund.
Wir legen mit harter, schwieliger Hand stumm und segnend die Saat ins Land.

Wir stehen in der Sonne sengender Glut, doch immer ruhig pulst unser Blut.
Wir sehen wie sich Wolke auf Wolke braut, doch wird kein Wanken und Zagen laut.

Wir sehen wie der Sturm das Land verheert, wir sehen wie der Hagel die Frucht zerstört,
wir spüren, wie Sorge sich über uns neigt, wohl zuckt der Mund, jedoch er schweigt.

Die Erde ist stark, die Erde ist dicht, fällt drauf eine Träne, man sieht sie nicht.
Es weht uns ihr Odem unendlich fein den heimlichen Frieden ins Herz hinein.

Die Dorffrauen

Wir sind von gestern und von heute und werden auch von morgen sein,
des grauen Alltags ganze Beute, die Sorge nie entleerter Schrein.

Wir Frauen vom Dorfe, namenlose, uns ehrt kein Buch, kein Stein, kein Lied.
Und doch sind wir im Kreis das große, das ewige, das stärkste Glied.

Nicht nur allein dem Schoß der Erde entströmt des Hauses Kraft und Gut,
der alte Schöpfungsruf: "Es werde!" dringt uns durch Seele, Leib und Blut.

Was wir dem Haus an Glück bereiten, wir nehmen nur den Abglanz hin,
die Blumen, die als kleine Freuden im Herzen und am Fenster blüh'n.

Man sieht, was uns die Zeit geschlagen an Spuren treu erfüllter Pflicht.
Nur wie's Gestalt und Hände tragen - an unsern Seelen sieht man's nicht.

Oft scheint, wir opferten vergebens, weil uns der laute Dank vergisst.
Wir ernten doch den Dank des Lebens, den Dank, der still und heilig ist.